Kollegium - Schauspiel

Astrid-Angela Arnold, Sprecherziehung; Jürgen Beyer, Musik; Professorin Barbara Bismark, Gabriele Chitealá, Sprecherziehung; Margot Dreves, Sprecherziehung; Professor Ulrich Engelmann, Schauspiel; Professorin Ines Geipel, Deutsche Verssprache/Versgeschichte; Dr. Klaus Greiner, Ästhetik; Professor Matthias Günther; Professorin Mechtild Hauptmann, Schauspiel; Professorin Kerstin Hensel, Deutsche Verssprache/Versgeschichte; Professor Michael Keller, Schauspiel; Professor Rudolf Koloc, Schauspiel; Professorin Cornelia Krawutschke, Sprecherziehung; Professor Bernd Kunstmann, Sprecherziehung; Professor Uwe Lohse, Musik; Thilo Mandel, Akrobatik/Fechten; Gerhard Miersch, Musik; Professorin Eva-Maria Otte, Bewegung; Professorin Dr. Viola Schmidt, Sprecherziehung; Professor Veit Schubert, Professorin Margarete Schuler, Hilde Stark, Schauspiel; Professorin Angelika Waller, Schauspiel; Professor Dr. Bernd Stegemann, Dramaturgie und Theaterregie; Professorin Daniela Wicaz, Sprecherziehung; Julia Waiblinger, Sprecherziehung.

In der Abteilung Schauspiel unterrichtet auch Dr. sc. Wolfgang Engler (Abteilung Regie) Kultursoziologie.

Als Lehrbeauftragte unterrichten u.a.: Ulrich Anschütz, Robert Gallinowski, Christian Grashof, Reiner Heise, Katharina Holtz-Hill, Schauspiel; Professor Klaus Klawitter, Sprecherziehung; Imogen Kogge, Alexander Lang, Dieter Mann, Schauspiel; Professor Herbert Minnich, Sprecherziehung; Volkmar Otte, Pantomime; Gina Pietsch-Belkius, Musik; Monika Schneider, Sprecherziehung; Swetlana Schönfeld, Aureliusz Smigiel, Schauspiel; Schauspiel; Margrit Wübbolt; Daniela Wicaz, Sprecherziehung.

Meisterkurse: Peter Zadek; Professorin Gertrud Elisabeth Zillmer.

Professorin Barbara Bismark

Barbara Bismark, geb. in Berlin-Spandau, 1960Abitur in Magdeburg, danach Beginn und Abschlußeiner anderthalbjährigen Lehre als Kerammodelleurinan den Keramischen Werken Haldensleben. 1962 bis1966 Studium der Germanistik und Sprechwissen-schaft in Halle. 1975 bis 1979 Fernstudium Theater-und Kulturwissenschaft u.a. bei Prof. Ernst Schuma-cher an der Humboldt-Universität Berlin. Seit 1966ist sie Sprech-Trainerin an der Hochschule für Schau-spielkunst »Ernst Busch«. Sprechkünstlerische Neben-tätigkeit an verschiedenen Theatern: am Magdebur-ger Theater, am Wittenberger »Elbe-Elster-Theater«,am Berliner Kabarett-Theater »Distel«, am Staatsthea-ter Cottbus und am Berliner Ensemble.1992 Ernennung zur Professorin.

Professor Ulrich Engelmann

Ulrich Engelmann, geboren in Meiningen, arbeitete nach dem Abitur ein Jahr als Tischler, Maler, Beleuchter, Chorsänger und Regieassistent am Meininger Theater und studierte von 1963 bis 1968 an der Theaterhochschule "Hans Otto" in Leipzig. 1968 – 1986 Engagement als Regieassistent und Schauspieler, seit 1972 als Regisseur am Deutschen Theater, Gastinszenierungen u. a. in Meiningen, Dresden, Schwerin, am Maxim Gorki Theater und beim Fernsehen der DDR, in der Spielzeit 1993/94 in Tübingen, seit 1995 in Bremen ("Anatevka", "Die Meistersinger von Nürnberg", "Die Fledermaus") und in Dresden ("Falstaff"). Seit 1969 externer, seit 1986 hauptamtlicher Dozent an unserer Hochschule. Bisher etwa 110 Szenenstudien und 9 Studioinszenierungen. 1991 – 1993 und 1995 – 1997 Leiter der Abteilung Schauspiel. 1992 Berufung zum Professor.

Lehren lernend lehren, trotz des Erfahrungsvorsprungs sich immer wieder mit auf die Suche begeben. Herausfinden, was in einem Stück, einer Szene, einer Figur "drinsteckt", was da zu spielen ist und: Die Studierenden zum Spielen bringen. Die Eigenart eines Talents entdecken, fördern, es aber nicht bei der Ich-Erkundung belassen, sondern auf den Weg zur Rolle schicken, zur Gestaltung animieren. Also An- und Absichten, Phantasie, Ausdruckswillen entwickeln und Handwerk vermitteln = Methoden, Mittel, Techniken. Handeln = Agieren als Hauptgeschäft des Akteurs begreifen. Ein Gerüst präziser Verabredungen bauen als Basis für spontanes Spiel. Genauigkeit und Freiheit, Wiederholbarkeit und Einmaligkeit anstreben. Das Bekannte weist den Weg zum Unbekannten. Maximales erreichen zu wollen, aber nie zu Ende kommen. Mut machen durch zumuten.

Professor Dr. Wolfgang Engler

Dr. Wolfgang Engler, geboren in Dresden, studierte von 1973 bis 1978 an der Humboldt-Universität zu Berlin Philosophie. In den Jahren 1978 bis 1981 war er am Philosophischen Institut der Akademie der Wissenschaften der DDR tätig, er promovierte 1980 und habilitierte sich 1981 mit einer Arbeit über Wissenssoziologie, die 1992 in überarbeiteter Form als Buch erschien: "Selbstbilder. Das Projekt der Wissenssoziologie". Von 1988 – 1990 stand er in regem wissenschaftlichen Austausch mit dem Kultursoziologen Norbert Elias; dessen Forschungen zum Prozess der europäischen Zivilisation verpflichtet, publizierte er Aufsätze zum osteuropäischen Zivilisationstyp und die Studie "Die zivilisatorische Lücke. Versuche über den Staatssozialismus". 1995 veröffentliche er das Buch "Die ungewollte Moderne. Ost – West – Passagen". 1999 erschien eine Gesellschafts- und Kulturgeschichte Ostdeutschland von 1945 – 1990 unter dem Titel "Die Ostdeutschen. Kunde von einem verlorenen Land". Weitere Publikationen: "Die Ostdeutschen als Avantgarde", "Bürger ohne Arbeit. Für eine radikale Neugestaltung der Gesellschaft". Seit 1981 ist er als wissenschaftlicher Mitarbeiter an unserer Hochschule für das Fach Kultursoziologie verantwortlich. 2003 Ernennung zum Honorarprofessor. Ab Oktober 2005 Rektor der Hochschule.

Professor Matthias Günther

Matthias Günther, geboren in Halle, studierte von 1969 – 1972 an der Staatlichen Schauspielschule Berlin. Von 1972 war er als Schauspieler an den Städtischen Bühnen Karl-Marx-Stadt, an der Volksbühne Berlin, am Hans Otto Theater Potsdam und am Staatstheater Dresden engagiert. Es folgten Gastrollen am Berliner Ensemble, Theater am Neumarkt Zürich, am Schauspiel Köln, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, Schauspiel Bonn, Volkstheater Wien, Renaissance-Theater Berlin und am Theater St. Gallen. Außerdem verschiedene Rollen bei Film und Fernsehen sowie Hörspielarbeiten. Seit 1998 zeitweise als Lehrbeauftragter und Gastprofessor an unserer Hochschule tätig. Ab Wintersemester 2005/2006 Berufung zum Professor für Schauspiel.

Professor Mechtild Hauptmann

Mechtild Hauptmann, geboren in Coburg, studierte von 1974 bis 1976 Theaterwissenschaft, Germanistik und Philosophie in Erlangen und Wien; von 1976 bis 1979 Schauspielstudium am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Als Schauspielerin war sie in Bochum, Bremen, Salzburg und Wien engagiert. Ab 1989 war sie als Schauspielpädagogin an der Schauspielschule des Wiener Volkstheaters tätig, von 1993 bis 1997 als künstlerische Lehrkraft an unserer Hochschule. 1997 erhielt sie einen Ruf als Professorin für Schauspiel an die Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn-Bartholdy" Leipzig. Mit Beginn des Wintersemesters 2000/01 kehrte sie als Schauspielprofessorin an unsere Hochschule zurück.

"Nur wenn wir durch das Theater unsere stereotype Sehweise, unsere konventionellen Gefühle und Verhaltensweisen, unsere genormten Urteile überwinden können, erfüllt es seinen Sinn."

Jerzy Grotowski

Professorin Kerstin Hensel

Kerstin Hensel, in Karl-Marx-Stadt geboren, studierte nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester von 1983–1985 am Institut für Literatur in Leipzig und war von 1985 bis 1988 Aspirantin am Leipziger Theater. Seit 1988 ist sie freischaffend als Schriftstellerin tätig. Wie ihr Lehrmeister Karl Mickel Unernst und Schlampigkeit hassend, unterrichtet sie Verssprache. Einige Jahre war sie als Lehrbeauftragte tätig, seit 2001 ist sie Professorin für Deutsche Verssprache und Diktion an unserer Hochschule.

Professor Michael Keller

Michael Keller, geboren in Berlin, arbeitete nach dem Abitur von 1974 bis 1975 als Bühnentechniker an Berliner Theatern. 1975 begann er sein Studium an der Hochschule "Hans Otto" in Leipzig, das er ab November 1975 an der Staatlichen Schauspielschule Berlin fortsetzte und 1978 abschloss. Von 1978 bis 1981 war er als Schauspieler und Regisseur am Theater der Stadt Schwedt engagiert. Seit 1981 ist er als Assistent für Schauspiel an unserer Hochschule tätig. 1983 legte er hier sein Hochschuldiplom als Schauspielpädagoge ab. Bis 1998 künstlerischer Mitarbeiter. 1999 erfolgte seine Berufung als Professor für Schauspiel. Im bat bisher 5 Studioinszenierungen. Seit 2001 Leiter der Abteilung Schauspiel.

Ich habe irgendwo gelesen, dass man zwei Drittel seines Lebens hinter sich hat, wenn man auf die Welt kommt, dass man im Mutterleib die Erlebnisse des ganzen Lebens schon hat, dass dann im Alter die Sache gewöhnlich absackt, so dass die letzten 20 Jahre den ersten 2 Jahren entsprechen. Ich halte es für sinnvoll, gegen diese biologisch bedingte Lebensform anzukämpfen. Und ich glaube auch, dass die 4 Jahre an der Schauspielschule eine der interessantesten Lebensphasen für Studierende sein kann. Sie ist eine Zeit des sich Fallenlassens in Aufschwungkräfte, eine Zeit der Überstunden, eine Zeit des Vertrauens und der Hingabe, eine Zeit, die geprägt ist durch die Kraft, sich seinen Anlagen gemäß zu entwickeln, geprägt durch Ekstasen des Verstehens und durch jenen wundersamen Prozess, den lebendigen Körper wieder als Weltfühler zu entdecken. Dabei zuzuschauen und das mitzumachen, empfinde ich nun schon 20 Jahre als immerwährendes Geschenk. Dieses – mein Mitmachen – ist hauptsächlich darauf gerichtet, dass die Ausbildung dann beendet ist, wenn der Studierende erkennt, dass sie endlos weitergehen könnte, dass Schauspieler sein kein Zustand ist, sondern eine Art des Suchens. Da unser Beruf die Gefahr in sich birgt, dass zentrale und wesentliche Beweggründe des Denkens, Empfindens und Handelns von Simulationen angegriffen werden, gehört in das Suchen des Schauspielers immer wieder die Frage: wozu mache ich Theater? Diese Frage betrifft jene Bühne, von der es kein Entrinnen gibt, weil es die Wirklichkeit selbst ist. Wenn die Antwort auf diese Frage zu klein ausfällt, wenn diese Frage nicht wirklich in Gefahr bringt, wenn man mit ihr nicht wirklich bis ans Ende geht, wächst die Neigung zuzugeben, dass KLEIN schön ist, wächst die Neigung, Erfolg für den Raum zu halten, den man in der Zeitung einnimmt, wächst die Gefahr, sich einzureihen in die institutionalisierten Animatoren und Verdrängungshelfer. Ich beziehe in diese Frage gern den Tatbestand mit ein, dass der Kern des Lebens eine Begegnung ist und dass laut Brecht "Theater darin besteht, Beziehungen zwischen Menschen vergleichbar und schaubar zu machen ..." Das Erinnern an diese Beziehung-Begegnung, an die Sehnsucht nach dem Partner, in dem unsere Gefühle wie Wut, Trauer, Glück ebenso aufgehoben sind, wie unser Tun, Streiten, Weinen, Sex, gehört für mich als zentrale Kategorie in die Ausbildung von Schauspielern. Der Widerstand gegen alle Versuche, sich aus dem Anderen vertreiben zu lassen, beginnt und endet für mich mit dem Wachhalten der allerersten Erfahrungen des Grundlagenseminars: dass ein Gang, eine Geste, ein Blick, ein Aufstehen, ein Wort Bedeutung hat und immer wieder Aufmerksamkeit verdient ...

Professor Rudolf Koloc

Rudolf Koloc, geboren in Dresden. 1968 begann er ein Architekturstudium an der TU Dresden, wurde 1969 aus politischen Gründen exmatrikuliert. Danach als Bühnenarbeiter tätig. Von 1971 – 1974 Schauspielstudium in Rostock. Von 1974 – 77 am Theater Senftenberg engagiert, von 1978 – 1987 als Schauspieler und Regisseur am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin. Von 1987 – 1992 als Regisseur an der Volksbühne Berlin und am Staatstheater Rostock tätig, danach drei Spielzeiten Schauspieldirektor am Kleist-Theater Frankfurt/Oder. Ab 1995 freischaffender Regisseur u. a. in Cottbus, Schwerin, Chemnitz und am theater 89 in Berlin. Schauspielpädagogische Arbeit und Studioinszenierungen an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock und in Bern; einige Szenenstudien auch an unserer Hochschule. Ab Wintersemester 2005/2006 Berufung zum Professor für Schauspiel.

Professorin Cornelia Krawutschke

Cornelia Krawutschke, geboren in Berlin, Schauspielerin und Diplomsprechwissenschaftlerin,
studierte Schauspiel an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“, Berlin und Sprechwissenschaft / Germanistik an der Martin-Luther-Universität, Halle – Wittenberg, Schülerin von Klaus Klawitter.
1990 – 2001 Sprecherzieherin an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin, 1999 - 2007 Professorin für Sprecherziehung an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg,
seit 2007 Professorin für Sprecherziehung an der Hochschule für „Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin.
Durchführung von Kursen, Seminaren und Präsentationen u.a. in Berlin, Potsdam, Düsseldorf, München, Hamburg, Halle, Moskau, Weikersheim.

Professor Bernd Kunstmann

Bernd Kunstmann, geboren im thüringischen Pöß-neck, besuchte nach dem Abitur und dem Facharbei-terabschluß als Maurer 1972–1974 die RostockerSchauspielschule, arbeitete dann als Verkäufer bei derHO in Berlin. Ab 1975 Studium der Sprechwissen-schaft und Germanistik an der Martin-Luther-Uni-versität Halle. Nach Abschluß mit Staatsexamen undDiplom 1980 als Sprecherzieher an die StaatlicheSchauspielschule Berlin. 1984, nach Einreichen einesAusreiseantrags, Entlassung. Bis 1990 auf Honorar-basis als Sprecherzieher an den Theatern von Bran-denburg, Anklam und Neustrelitz tätig. In der Spiel-zeit 1989/90 als Schauspieler am Theater in Anklamunter Vertrag. Nach einer zweijährigen Tätigkeit alsAssistent im Fachbereich Sprecherziehung an derHochschule für Schauspielkunst »Ernst Busch« Berlin1992 Berufung zum Professor.

Professorin Eva-Maria Otte

Eva-Maria Otte, geboren in Altenburg, studierte Germanistik und Kunsterziehung. Danach an der Staatlichen Schauspielschule Berlin Aspirantur für Bewegungslehre bei Hildegard Buchwald-Wegeleben. Dort bis 1974 Lehrkraft für Bewegung. Von 1974 bis 1981 gehörte sie als Pantomimin und Dramaturgin zum Pantomime-Ensemble des Deutschen Theaters. Danach war sie bis 1993 Bewegungspädagogin und Choreographin des Berliner Ensembles, als Gast auch an anderen Theatern. Daneben zeitweise Lehrbeauftragte an unserer Hochschule und Leiterin von Bewegungskursen im Rahmen nationaler und internationaler Schauspiel- und Regieseminare. Seit 1993 Professorin für Bewegungslehre.

Professor Dr. Viola Schmidt

Dr. Viola Schmidt, geboren in Berlin, studierte Sprechwissenschaft und Germanistik an der Philosphischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg. Von 1984 – 2001 Sprecherzieherin an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". 1985 Promotion zum Thema: Zum Verhältnis von Selbstbeurteilung und Fremdbeurteilung pathologischer Stimmen. Von 2001 – 2003 Professorin für Sprecherziehung an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig. Seit 2003 Professorin für Sprecherziehung an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" und Leiterin der Fachgruppe Sprecherziehung. Arbeitserfahrung als Sprecherzieherin an Theatern und Durchführung zahlreicher Kurse im In- und Ausland.

Der Schauspieler muß sprechen können. Tut er das mit Lust, gedanklicher Klarheit und absichtsvoll, kann er uns Welten öffnen. Ich gehe in meiner Arbeit von den individuellen Fähigkeiten der Studierenden aus und mache ihnen Mut, neue Ausdrucksmöglichkeiten zu entdecken. Ausgehend vom zunehmend kognitiven Umgang mit gesprochener Sprache vermittle ich Sprechen als Teil zielgerichteten Verhaltens, an dem der ganze Körper beteiligt ist. Angestrebtes Ziel ist ein sowohl körperlich als auch sprechsprachlich offensives Kommunikationsverhalten, das das Denken, Empfinden und Handeln von Partnern verändert. Die Arbeit an der Technik des Atmens, der Stimmführung und Artikulation soll die Studierenden zur ausdrucksvollen, glaubhaften Entäußerung verdichteten Textes führen.

Professor Veit Schubert

Veit Schubert, geboren in Pirna, absolvierte 1976 – 1980 eine Ausbildung zum Grundschullehrer. 1982 – 1986 studierte er an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch", Außenstelle Rostock. Erstes Engagement von 1986 – 1989 am Staatstheater Schwerin, wo er in Inszenierungen von Christoph Schroth u. a. den Leontes (im "Wintermärchen") und den Wilhelm Tell spielte. Mit Schroth kam er 1989 ans Berliner Ensemble. Hier wirkte er in Inszenierungen von Manfred Wekwerth, Peter Palitzsch, Heiner Müller, Fritz Marquardt und Peter Zadek mit. 1998 wurde er als Professor für Schauspiel an unsere Hochschule berufen. Als Gast zuweilen in Inszenierungen am Berliner Ensemble tätig, u. a. in "König Richard II.", "Nathan der Weise", "Peer Gynt".

Wenn wir behaupten, in der Kunst des Theaterspielens auf der Suche nach Wahrhaftigkeit zu sein, sollten wir wissen, dass wir uns nicht nur mit den Träumen oder Lebenslügen anderer Menschen beschäftigen, uns also mit einer wachen und kritischen Beobachtungsgabe ausrüsten müssen, sondern auch eine Kraft entwickeln, die die eigenen Hoffnungen und Ängste, Fertigkeiten und Unvollkommenheiten mit denen der Kunstfigur ins Verhältnis setzt. So kann man vielleicht erwarten, dass sich im Zuschauerraum jemand findet, der offenen Herzens das Gleiche tut. Eine Kunstfertigkeit ohne das quälende Ringen um ein "lebendes" Spiel macht aus dem Abenteuer Theater allerhöchstens eine Geschmacksache. Der Schauspieler ist selbst Bestandteil seiner Phantasie, und er ist seinem Publikum ein streitbarer Freund. Man kennt sich gut und man erspart sich nichts.

Professor Margarete Schuler

Margarete Schuler, geboren in Innsbruck, studierte nach der Matura von 1984 – 1990 Anglistik, Amerikanistik und Germanistik an der Leopold Franzens Universität Innsbruck. 1990 erfolgte ihre Sponsion zum Magister der Philosophie. 1990 – 1994 Schauspielstudium an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin. Von 1994 – 1999 Ensemblemitglied am Landestheater Tübingen und an den Vereinigten Bühnen Graz. Seit Oktober 1999 Gastdozentin an unserer Hochschule, 2002 Berufung zur Professorin.

Professor Dr. Bernd Stegemann

Bernd Stegemann, geboren in Münster. Studierte von 1986 – 1993 Philosophie, Germanistik und Erziehungswissenschaften an der FU Berlin und an der Universität Hamburg. Dort 1. Staatsexamen. Von 1989 – 1993 Studium der Schauspieltheaterregie am Hamburger Institut für Theater-, Musiktheater- und Filmregie. Abschluss Diplom. 1999 Promotion. Seit 1996 Lehrauftrag und 2003/04 Gastprofessur für Schauspielregie an der Universität Hamburg sowie Gastdramaturgien u. a. Kampnagel Hamburg, Wiener Festwochen, Schauspiel Bochum, Düsseldorfer Schauspielhaus, Salzburger Festspiele. Von 1999 – 2002 Chefdramaturg am TAT Frankfurt (Künstlerische Leitung Tom Kühnel/Robert Schuster). Von 2004 – 2007 Dramaturg am Deutschen Theater Berlin. Ab Wintersemester 2005/06 Professor für Schauspielgeschichte und Dramaturgie. Ab 2009 Chefdramaturg an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin. Mitherausgeber der „Blätter des Deutschen Theaters“. Zahlreiche Veröffentlichung, zuletzt: „Die Gemeinschaft als Drama. Eine Systemtheoretische Dramaturgie“ Wiesbaden 2001. „Stanislawski Reader“ Berlin 2007. „Dramaturgie“ Berlin 2009 und Lektionen 2 „Regie“ Berlin 2009.

Professor Angelika Waller

Angelika Waller, geboren in Bärwalde, begann ihre Karriere als Schauspielerin als Laiendarstellerin in Schulaufführungen und im dramatischen Zirkel des Hauses der Jungen Talente in Berlin. Die Aufnahmeprüfung an der Schauspielschule bestand sie nicht. Sie wirkte regelmäßig in Nachmittagssendungen des Fernsehfunks mit und absolvierte dann von 1963 bis 1966 eine Schauspielausbildung im Nachwuchsstudio des Deutschen Fernsehfunks Berlin-Adlershof. Hier erwarb sie die Bühnenreife. 1961 Debüt in dem Fernsehfilm "Kaufhaus Herz". Ihre erste große Rolle spielte sie 1965 in Kurt Maetzigs Film "Das Kaninchen bin ich" nach dem Roman von Manfred Bieler. Helene Weigel holte sie 1966 ans Berliner Ensemble. Ihr Bühnendebüt war die Übernahme einer Rolle in "Frau Flinz" von Helmut Baierl. Nach mehreren Rollen in Brecht-Stücken begann eine wesentliche Etappe ihrer Entwicklung mit der Rolle der Frau Gabor in "Frühlingserwachen" (Regie Klaus Tragelehn). Es folgte die Titelrolle in "Franziska Linkerhand", der Dramatisierung der Romanvorlage von Brigitte Reimann, am Schweriner Theater. Sie spielte neben Bühnenrollen im Berliner Ensemble in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen ("Daniel Druskat", "Die Frauen der Wardins", "Ein April hat 30 Tage", "Der ungebetene Gast", "Der Mann aus Jena", "Wilhelm Meisters theatralische Sendung", "Der Bruch". Nach mehrjähriger Tätigkeit als Dozentin an unserer Hochschule wurde Angelika Waller 1992 auf eine Professur für den Lehrbereich Schauspiel berufen. Mehrere Studioinszenierungen, zuletzt "Die Perser" von Aischylos/Grünbein.

Professorin Daniela Wicaz

Geboren in Räckelwitz (Sachsen). Abitur an der Sorbischen Erweiterten Oberschule in Bautzen. 1990 – 1992 Regieassistentin mit Spielverpflichtung am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen. 1992 – 1997 Studium der Sprechwissenschaft an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (Diplom). 1994 – 1997 Studium der Theaterwissenschaft an der Universität Leipzig (Beifach). 1997 – 2004 Sprecherzieherin an der HFF "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg. 2005 – 2006 Vertretungsprofessur an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. 2006 – 2008 Sprecherzieherin an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin. 2008 – 2009 Professorin für Sprecherziehung an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Seit 2009 Professorin für Sprecherziehung an der Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin. Lehraufträge in Sprecherziehung u. a. an der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn-Bartholdy" Leipzig, Folkwang Hochschule Essen, Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber" Dresden. Lehraufträge in Rhetorik an der Medienakademie Hamburg, Hochschule Magdeburg-Stendal. Sprecherziehung an Theatern u. a. am Staatsschauspiel Dresden, am Südthüringischen Staatstheater Meiningen, am Deutsch-Sorbischen Volkstheater Bautzen. Produktion und Regie von Hörspielen an der HFF "Konrad Wolf" Potsdam-Babelsberg u. a. "Kicki und der König" nach Christa Kozik (Ausstrahlung im Deutschlandradio Berlin 2003).