Alltag und Stellung der Frau in Afghanistan

Ausstellung von Masouma Adell

Samstag, 10. Dezember 2022 
Theaterworkshop: Alltag im Exil | Alltag in Berlin 14–17 Uhr 
Ausstellungseröffnung: 17–18 Uhr

Die Ausstellung ist bis zum 15. Januar 2023 im Foyer der HfS Ernst Busch öffentlich zugänglich.  
 

Eine traditionelle Tätigkeit von Frauen in Afghanistan, ist das Anfertigen von Puppen, die dort in jedes Haus gehören. Die Frauen der Hazara – eine religiöse Minderheit, die durch die Taliban unterdrückt wird – nutzen die Puppen dafür, die Trachten der Hazara lebendig zu halten, denn öffentlich werden diese kaum noch getragen oder sie sind zu teuer, um ein ganzes Kleid neu herzustellen.

Die Ausstellung Alltag und Stellung der Frau in Afghanistan wurde von Masouma Adell konzipiert und mit Hilfe von Ingo Mewes, Simone Pätzold, Marie Lindemann und Lisa Meyer sowie dem Filmmuseum Potsdam realisiert. Sie zeigt von Masouma Adell gefertigte Puppen, die auf Alltagsszenen afghanischer Frauen und ihre Stellung in der Gesellschaft verweisen. 


Everyday life and position of women in Afghanistan by Masouma Adell

A traditional activity of women in Afghanistan is making dolls, which belong in every home. The women of the Hazara - a religious minority oppressed by the Taliban - use dolls to keep the traditional dresses of the Hazara alive because they are hardly ever worn in public, or they are too expensive to make a whole new dress.

The exhibition Everyday Life and the Status of Women in Afghanistan was conceived by Masouma Adell and realized with the help of Ingo Mewes, Simone Pätzold, Marie Lindemann, and Lisa Meyer, as well as the Filmmuseum Potsdam. It shows dolls made by Masouma Adell that refer to everyday scenes of Afghan women and their societal position. 
 

 

Theaterworkshop am 10. Dezember 2022 mit:
Masouma Adell
Vor der Machtübernahme der Taliban organisierte sie im Rahmen des Creative Arts Prison Program Theater in Gefängnissen und Frauenhäusern Afghanistans. Sie inszenierte und schrieb für das Kollektiv SIMORGH (Herat), u. a. in Kooperation mit dem Bond Street Theater (New York City). Zudem arbeitete sie als Masken- und Kostümbildnerin. Seit 2022 ist sie Stipendiatin der Gerda-Henkel-Stiftung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch (Berlin).

Alexander Maulwurf
Alexander Maulwurf ist als Beatboxer, Theatermusiker, Performancekünstler sowie als Theaterpädagoge freiberuflich tätig. Zurzeit wirkt er am Theater Thikwa in der Inszenierung
VERTIGO.

Lisa Meyer
studierte Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen und ist aktuell Teil der Regie-Klasse der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Hier arbeitet sie zusammen mit Masouma Adell an den Themen kulturelle Aneignung und Frauen* im Patriarchat.

Uta Plate
ist Theatermacherin, Dozentin, Regisseurin mit den Schwerpunkten: Bürger*innenbühne, Recherchetheater, intergenerative Projekte, Theaterarbeit mit sozial marginalisierten Gruppen.

Wir sind Teil einer kleinen, ehrenamtlichen NGO, die seit der Machtübernahme der Taliban im Sommer 2021 daran arbeitet, gefährdete Künstlerinnen der Theatergruppe SIMORGH
(Afghanistan) nach Deutschland zu holen. Einige aus der Gruppe ist bereits nach Deutschland emigriert, u.a. auch Masouma Adell. Weitere Mitglieder verbleiben unfreiwillig im Land und
verstecken sich bis dato im Untergrund, um ihr Überleben zu sichern. Unsere Freude ist groß, gemeinsam mit Masouma Adell als Stipendiatin der Gerda-Henkel-Stiftung an der HfS Ernst Busch die Ausstellung Alltag und Stellung der Frau in Afghanistan eröffnen zu können.

Wir wollen die Chance zum internationalen künstlerischen Austausch nutzen und unsere Theaterpraktiken in Kommunikation treten lassen. Im Vordergrund steht niederschwellig die
Erfahrung des persönlichen Alltags und das kulturelle Wissen, welches darin eingebettet ist. Die Veranstaltung wird von zwei Farsi-Übersetzerinnen begleitet (Sprache des Workshops:
Englisch, Deutsch, Farsi). Es sind keinerlei Vorkenntnisse im Bereich Theaterpraxis nötig. Mit den Studierenden der Hochschule laden wir alle Interessierten ein, mit bequemer Kleidung im Gepäck zu erscheinen. Bitte um Anmeldung bis zum 1.12.2022 unter der Mailadresse: meyerlisa@protonmail.com

Der Workshop wird im Rahmen der Hochschule kostenfrei angeboten. Es besteht die
Möglichkeit, die Frauen im Untergrund mit einer Spende zu unterstützen:
Kula Compagnie e.V.
IBAN: DE42 1001 0010 0922 9091 09 BIC: PBNKDEFF
Verwendungszweck: #afghanactresses
oder über Paypal: www.paypal.com/donate/

Die Spenden werden aus steuerrechtlichen Gründen von dem gemeinnützigen Verein der Kula Compagnie entgegengenommen und gehen in voller Höhe und ausschließlich an die
Künstlerinnen. Wenn eine Spendenquittung benötigt wird, gern Anfragen an:
eric.nikodym@kulacompagnie.eu

Bis Januar 2023

HfS Ernst Busch FOYER

Zinnowitzer Str. 11

10115 Berlin

Eintritt frei

(c) Massouma Adell
Lisa Meyer
Regie

Größe: cm

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