Ein A. für B.

Diplominszenierung Regie von Josephine Witt

Ein Abend in zwei Teilen. Eine Modenschau mit integrierter Zeitreise. 

            Ich habe gehört:        

            die Realität kommt durch einen Schlitz hinein.

            Durch einen Schlitz. 

            Was ist der Abstand zwischen A und B?

            Eine große Septime oder eine kleine Sekunde.

            Das wäre dann ein Schlitz. 

Im letzten Stück von Wladimir Majakoswkij (1930) „Das Schwitzbad“ tritt eine „phosphoreszierende Frau“ in Erscheinung. So intensiv wie der Autor mit der sowjetischen Gesellschaft und dem Stalinismus haderte bis er sich schließlich das Leben nahm, so hoffnungsfroh muss der Auftritt dieser Figur gedeutet werden, die aus der Zukunft zu den Menschen in die Gegenwart reist und als eine Art Verkündigungsengel des Kommunismus auftritt. Ausgehend von den Gegensätzen – Entfremdung, Isolation und Todessehnsucht einerseits und kollektives Handeln, Hoffnung und Tatendrang andererseits – beschäftigt sich Regisseurin Josephine Witt in ihrer Diplominszenierung mit der Möglichkeit einer besseren Zukunft.

Der Abend dreht sich um Fragen der Unendlichkeit des Universums, der Idee des Kommunismus und dem Begriff der Arbeit. Wo ist der Anfang? War es der Urknall? Hat das alles irgendwann ein Ende? Sechs Models begeben sich unerwartet auf eine Reise vom Laufsteg und der Welt, die sie kennen, in die Zukunft. Wie Glasfiguren zerbrechen sie Eine nach der Anderen an ihren Idealvorstellungen und Zukunftsversprechungen, doch setzen sie die Scherben ihrer Existenz zu neuen Waffen zusammen und richten sie gegen die zerschlissene Realität. 

In „Ein A. für B.“ verbinden die Disziplinen Mode, Tanz, Film und Live-Fotografie mit dem Theater und bieten so verschiedene Blickwinkel auf die thematische Spannbreite des Stücks. Die Modedesignerin Kaja Busch präsentiert eine eigens für den Abend entworfene Kollektion. Das Schwesternpaar Stephie und Shannon Benze wirken als Choreografin und Fotografin mit. Die analogen Fotos werden live geschossen und im Laufe des Abends entwickelt. Bunny Vellocet rahmt das Bühnengeschehen filmisch ein. 

 

Besetzung Lisann van Aken, Stephie Benze, Margarita Breitkreiz, Clara De Pin, Amelie Schmidt, Vilma Sippola

Kostüm Kaja Busch, Vaia Tatopoulou, Lorenz Willkomm 

Bühne Anneke Frank

Video Bunny Vellocet

Fotographie Shannon Benze

Dramaturgische Mitarbeit Hannah Siecksmeier

HfS Ernst Busch UNTEN

Zinnowitzer Str. 11

10115 Berlin

© Shannon Benze
Josephine Witt
Regie

22.06.1993

Größe: cm

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Zeitgenössische Puppenspielkunst

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