FREISPIELE – Labor für Halbgares

Freie Vordiplome Zeitgenössische Puppenspielkunst

2G + Veranstaltung.
Hinweis: keine Testmöglichkeit am Abend vor Ort!

Wehe, wenn sie losgelassen..., dann mischt sich Ernstes mit Absurdem, Totes wird lebendig und das Lachen bleibt einem im Halse stecken. Hier liebt man es roh, etwas unfertig und ziemlich waghalsig.

Elf Wagemutige erkunden die Widersprüchlichkeit der Realität, begeben sich in einen poetischen Fiebertraum, erforschen Synchronitäten von Biografien oder lassen uns in einer Thrillerkomödie erschauern. Auch das Scheitern - als Thema und als Möglichkeit - ist inbegriffen.

Dies alles mit den Mitteln des Puppen-, Material- und Objekttheaters.

Es spielen frei: Hannah Elischer, Moritz Illmer, Paul Kemner, Mia Lehrnickel, Ahmad Manssour, Gerda Pethke, Odile Pothier, Konrad Schreier, Amelie Schmidt, Melissa Stock, Leah Wewoda

Programmübersicht
(kurzfristige Änderungen vorbehalten)

Do. 10.02., 18h
Neuscheitlingen von Konrad Schreier 
EinsundEinsgleichEins (AT) // Fragmente über die Einswerdung von Leah Wewoda
Do. 10.02., 20h
Der späte Gast von Mia Lehrnickel & Paul Kemner
SCHLAFSTADIUM N von Melissa Stock

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Fr. 11.02., 18h
Neuscheitlingen von Konrad Schreier 
EinsundEinsgleichEins (AT) // Fragmente über die Einswerdung von Leah Wewoda
Fr. 11.02., 20h
Der späte Gast von Mia Lehrnickel & Paul Kemner
SCHLAFSTADIUM N von Melissa Stock
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Sa. 19.02., 17h
Zazie in der Metro von Odile Pothier & Gerda Pethke
Knochenschrei von Hannah Elischer & Amelie Schmidt

Sa. 19.02., 20h
Zazie in der Metro von Odile Pothier & Gerda Pethke
Knochenschrei von Hannah Elischer & Amelie Schmidt

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Das Projekt von Ahmad Manssour und Moritz Ilmer wird voraussichtlich im September 2022 stattfinden.

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Do. 10.02., 18h & Fr. 11.02., 18h

Neuscheitlingen von Konrad Schreier

„Unverschämt, uneinsichtig und disziplinlos leben sie vor sich hin und suchen den Fehler nur beim andern, wenn ich die Zeit dazu hätte, würde ich mich empören.“  Erwin Fehlmann, Neuscheitlingen, 31.September

Eine Dorfgemeinschaft scheitert, weil ihre Individuen an sich selbst scheitern.
Eine Reihe von unterschiedlichsten absurden Figuren offenbaren ihre Sicht auf sich, die Welt und ihre Probleme mit alldem.
In vier Episoden wird die Unvermeidbarkeit des beinah lustvollen Scheiterns fühlbar gemacht. Ein Stück für Klappmaul- und Handpuppen.

Vorlage, Regie, Dramaturgie: Konrad Schreier
Spiel: Sean Grimm, Konrad Schreier,
Live-Musik: Sean Grimm, Konrad Schreier,
Bau-Bühne, Requisiten: Sean Grimm, Ingo Mewes, Konrad Schreier
Puppen: HfS Ernst Busch

EinsundEinsgleichEins (AT) // Fragmente über die Einswerdung
in sehr freier Anlehnung an Motive des Romans Zweier Ohne von Dirk Kurbjuweit 
von Leah Wewoda

ein wir
das uns alles abverlangt
das uns verlangt
das uns uns abverlangt
und nur so lange Bestand hat
wie wir Stand halten
können 

EinsundEinsgleichEins erzählt die Geschichte zweier Einzelnen, die bewusst eingehen, was sonst unbemerkt geschieht: Sie setzen sich die Einswerdung zum Ziel. Unter der vollständigen Hingabe bröckelt das Individuum – wie weit sind sie bereit zu gehen? 

Zwischen potenzieller Kraft durch vollständige Synchronität und Aufgabe des Ichs bewegen sich zwei Spielerinnen, als Teil einer Choreografie manipulativer Marionetten durch Phasen der Einswerdung. 

Spiel: Laura Schulze, Leah Wewoda
Choreografie: Hannah Schillinger
Draufsicht Regie: Kerem Hillel 
Bühne und Kostüm: Camille Teresita Daur
Konzeptionelle Begleitung: Crescentia Dünßer,  Kerstin Hensel
Texte neben Romanfragmenten: Leah Wewoda
Romanfragmente aus Zweier ohne, Dirk Kurbjuweit
(c) 2001 Nagel & Kimche in der MG Medien Verlags GmbH, München

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Do. 10.02., 20h & Fr. 11.02., 20h

Der späte Gast von Mia Lehrnickel & Paul Kemner

“Madame ist zur Zeit leider nicht in der Lage Besuch zu empfangen.” Das sagen die Bediensteten dem Jungen Mann, der am späten Abend klopft und Lady Winter sprechen möchte. Wenn Madame nicht zur Tür kommen kann dann muss eben eine Nachricht hinterlassen werden. Wie im Reigen kreisen die drei Klappmaul Puppen umeinander. Im Wohnzimmer des Anwesens ist die oberste Devise, bloß die Etikette wahren. Was braucht es um die Fassaden zum kippen zu bringen?

Künstlerische Mitarbeit: Paul Kemner, Mia Lehrnickel, Enikö Szaz, Josephine Witt
Konzeptionelle Betreuung: Holger Kuhla
Puppenbau: Karin Tiefensee und Keum Byul Lim 
Gewandmeisterinnen: Simone Pätzold und Marie Lindemann 
Requisite: Ilse Schmidt und Josephine Witt

SCHLAFSTADIUM N von Melissa Stock
„Wenn wir einschlafen, wo gehen wir hin? Wenn wir träumen?  Gehen wir da auch hin, wenn wir sterben? Oder andersherum, vielleicht sind wir eigentlich da und nur wenn wir wach sind, besuchen wir unsere Körper. Und wenn wir sterben kehren wir dahin zurück, wo wir eigentlich hingehören. Macht das Sinn?“

Ein Mann ist eingeschlossen in sich selbst. Ohne jegliche Möglichkeit, mit der Außenwelt zu kommunizieren, trifft er auf Gestalten, die seinem eigenen Gehirn entspringen und bewegt sich an der Grenze zwischen Traum und Realität.
Ein Hirngespinst in szenischen Skizzen, serviert mit einem Klecks Poetik.

Es spielen und sprechen: Annika Schaper, Sophia Walther, Melissa Stock und Patrick Borck
Konzept, Regie und Musik: Melissa Stock
Puppenbau: Hagen Tilp (Puppe), Hanna Meinicke (Kopf)

Ein besonderer Dank dem tjg.theater junge generation für die Leihgabe der Puppe.

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Sa. 19.02., 17 & 20h

Knochenschrei 
Frei nach der Jugendstückerzählung für eine Frau von Yvonne Racine
von Hannah Elischer & Amelie Schmidt

Dieses Stück begleitet ein Mädchen in die Verschwindsucht. Sina erzählt wie sie in die Magersucht gerät und was es bedeutet in dieser gefangen zu sein.

Zwischen großen Kühlschränken treffen Puppenspielkunst, Schauspiel, Objekttheater und Musik aufeinander. Die kleine Großpuppe und die Spielerinnen lösen sich fließend ab und bewegen sich in einer surrealen Welt.

Regie: Hannah Elischer und Ensemble
Regiemitarbeit: Yvonne Racine
Spielerinnen: Amelie Schmidt, Anna Köllner, Hannah Elischer
Live-Musik: Moritz Ilmer, Almut Schäfer-Kubelka und Ensemble
Mentorin: Crescentia Dünsser

 

Zazie in der Metro
von Odile Potheir und Gerda Pethke

nach dem gleichnamigen Roman von Raymond Queneau

„Ja, was interessiert dich denn?“ fragt Charles unerwartet freundlich.
„DIE METRO!“ antwortet Zazie.

Zazies Mutter hat nen Neuen und zack, wird sie bei ihrem Oheim Gabriel in Paris abgestellt. Doch ruhiges Eiffelturm bestaunen is nich. Nein, Zazie fegt wie ein Sturm durch die wacklig gebaute Erwachsenenwelt, deckt dabei (un)bewusst Geheimnisse auf und posaunt sie lauthals herum.

Nur, die Metro, die streikt. "Diese Drecksäcke", schreit Zazie, "diese Saftärsche!"

Das Stück basiert auf dem gleichnamigen Roman von Raymond Queneau (Paris, 1959 / ©Editions Gallimard). Zwei Puppenspielerinnen schlagen sich durch immer absurdere Dialoge. Es spielen selbstgebaute Puppen, zu Live Musik und dem Poltern der nicht fahrenden Metro.

Puppenspiel- und bau: Odile Pothier und Gerda Pethke - einen grossen Dank an Karin Tiefensee
Outside Eye: Lotta Lechtenberg
Live-Musik: Florian Seefeldt

HfS Ernst Busch OBEN

Zinnowitzer Str. 11

10115 Berlin