Regie-Sommerprojekte 2021: Amelie von Godin

Die Zofen

„Mein Speichelstrahl ist mein Diamantenstrauß“
Die Schwestern Claire und Solange sind Angestellte der Gnädigen Frau. Um ihrer sozialen Stellung als Zofe kurzzeitig zu entfliehen spielen die Beiden, sobald die Gnädige Frau das Haus verlässt, das immer gleiche Spiel. Eine schlüpft in die Rolle der Herrin und genießt gekleidet in Haut Couture das Privileg über die Zofe, gespielt durch die Schwester, zu herrschen. Dieses  itual hat immer das gleiche Ende: Den Mord der Gnädigen Frau durch die Zofe.
Doch die Grenzen zwischen Spiel, Realität, Imagination und Wirklichkeit werden immer durchlässiger - Claire hat den Gnädigen Herren durch gefälschte Briefe ins Gefängnis gebracht und Solange träumt vom Aufstand der Dienstboten. Immer offensichtlicher werden die Spuren, die die beiden hinterlassen. Als der gnädige Herr aus dem Gefängnis anruft und verkündet er sei vorläufig frei, wird es gefährlich. Es klingelt an der Tür - die Zofen wissen: Now or never. Zwischen Scham, Fetisch, Neid und Emanzipation wagen die beiden den Putsch. 

„Wer könnte mich zum Schweigen bringen? Ich habe gedient. Ich habe die Bewegungen gemacht, die es braucht, um zu dienen. Ich habe der gnädigen Frau zugelächelt. Ich habe mich gebückt, um das Bett zu machen, gebückt, um die Fliesen zu putzen, gebückt, um das Gemüse zu schälen, um an den Türen zu horchen, um mein Auge an das Schlüsselloch zu halten. Aber jetzt bleibe ich
aufrecht.“
 

Regie: Amelie von Godin
Mit: Claire - Jasper MiddendorfSolange - Sofia IordanskayaGnädige Frau - Friederike Pasch
Bühne, Kostüm & Ausstattung: Kristin Buddenberg
Sound: Cem Çakmak
Outside Eye: Naemi Simon
Licht & Technik: Techniker*innen der Ernst Busch
Technische Leitung: Ingmar Steinfurth
Fotos: Stephanie Ballantine
Ein Stück von Jean Genet aus dem Französischen von Gerhard Hock geführt beim VERLAG DER
AUTOREN
Dank an: Britta Geister, Robert Schuster, Uta Witte und Simone Pätzold

HfS Ernst Busch UNTEN

Zinnowitzer Str. 11

10115 Berlin

interne Veranstaltung