bat-Studiotheater
Belforter Str. 15
10405 Berlin
Projekteinblicke von IVANA PAPIĆ, NILRA ZORALOGLU und SONYA SCHÖNBERGER
Für die zweite equalACT Session kommt equalACT mit dem Berlin Centre for Advanced Studies in Arts and Sciences (BAS) zusammen. Das BAS ist Teil der UdK Berlin und bringt dort verschiedene postgraduale Studienangebote, Promotionen, Habilitationen und Forschungsvorhaben zusammen. Aktuell finden regelmäßig die Forschungskolloquien Research Ecologies statt, wo sich wissenschaftlich und künstlerisch Forschende begegnen, um sich über ihre Arbeiten auszutauschen.
Anmeldung per Mail über equalACT@hfs-berlin.de. Bitte angeben, ob Sie am ersten, zweiten oder an beiden Programmpunkten teilnehmen wollen!!
Die Session beginnt mit der Künstlerin und Wissenschaftlerin Dr. Lisa Glauer und der Kuratorin, Künstlerin und Kunstvermittlerin Dr. Anne Kurr. Sie leiten die Session ein und geben Impulse zum kollaboratorischen Arbeiten und künstlerischer Forschung.
Narrenschiff: collaborative and performative drawing experiment mit Dr. Lisa Glauer
An einer fahrbaren Vorrichtung sind Mal- und Zeichenwerkzeuge sowie vier Seile angebracht; weiteres Zeichenmaterial liegt in der Nähe. Die Teilnehmenden entscheiden gemeinsam über das weitere Vorgehen, indem sie an den Seilen ziehen und so Spuren auf Papier oder Leinwand hinterlassen. Neben der Wahl eines Motivs – etwa eines Bildes, Zeichens, Wortes oder einer Erinnerung – besteht die größte Herausforderung darin, umfassende Anweisungen zu formulieren und die Bewegungen zu koordinieren; dies regt zu einem offenen Austausch an. Dem Experiment geht eine Aufwärmübung voraus.
Research Ecologies – Formen des Zusammenseins in aktuellen autoritären Dynamiken mit Dr. Anne Kurr
In dem Workshop sprechen wir gemeinsam über das Potential von strukturellen Formaten wie den Research Ecologies, um sich gegenseitig zu stärken und gemeinsam zu handeln. Darüber hinaus wollen wir diskutieren, welche Möglichkeitsräume gerade in kollektiven Prozessen in künstlerischer Forschung eröffnet werden können, um aus den Künsten heraus demokratiefördernd zu wirken.
Die Kollquiumsreihe Research Ecologies des Berlin Centre for Advanced Studies in Arts and Science (BAS) der UdK Berlin versteht sich als eine kuratierte Ökologie des Zusammenseins. Darunter ist ein gemeinsamer Raum zu verstehen, in dem sich wissenschaftlich und künstlerisch Forschende begegnen, um sich über Schnittstellen und Irritationen ihrer Untersuchungen auszutauschen. Der Peer-to-peer Austausch erprobt alternative Formen von Wissensaustausch und versucht durch niedrigschwellige Zugänge ein offenes Sprechen über Umwege und Ungelöstes zu ermöglichen. Doch was bedeutet dies in aktuellen autoritären Dynamiken und Rollbacks in gesellschaftlichen Feldern und Themen, die insbesondere in der künstlerischen Forschung einen großen Stellenwert einnehmen: Dies gilt für queer-feministische und dekoloniale Fragestellungen, Fürsorge, Anti-Diskriminierung, Intersektionale Perspektiven, Migration und Dislokation und viele mehr. Zu den Unsicherheiten in der Forschung darüber, was wie kritisch untersucht und benannt werden kann, kommen für viele Forschende im Alltag Ängste, Bedrohungen und Barrieren hinzu.
DR. LISA GLAUER arbeitet in den Bereichen Malerei, Druckgrafik, Installation, sozial engagierte Kunst und Performance. Glauers thematischer Schwerpunkt liegt auf einer Vielzahl von Themen, die von Erinnerung über Materialität, Pädagogik und künstlerische Forschung bis hin zum Absurden reichen, und die sie in unterschiedlichen Formaten wie Installation, Performance, Malerei und Kunst im öffentlichen Raum umsetzt. Sie hat ihre Arbeiten unter anderem im HKW in Berlin, in der Agora, auf der Athener Biennale, im IMAC – Instituto Municipal de ArteCalle in Tijuana, Mexiko, im Goethe-Institut in Budapest und im Experimental Drawing Studio der UC San Diego ausgestellt.
→ lisaglauer.com
DR. ANNE KURR ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Teilbereich „Kunst als öffentliche Praxis in gesellschaftlichen Transformationsprozessen“ an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig und forscht zu künstlerischen Praktiken des Widerstehens in Zeiten autoritärer Dynamiken. Zuvor war sie Koordinatorin der Hybrid Plattform, einem inter- und transdisziplinären Kooperationsprojekt der UdK und TU Berlin. An der UdK lehrte sie im Studium Generale und initiierte zusammen mit dem Berlin Centre for Advanced Studies in Arts and Science das Kolloquium Research Ecologies für Nachwuchswissenschaftler*innen und Künstler*innen. Des Weiteren arbeitet Anne Kurr als unabhängige Kuratorin, Künstlerin und Kunstvermittlerin an der Schnittstelle zwischen Kunst, Geschichte und Kulturwissenschaften, unter anderem für das Goethe-Institut, die staatlichen Museen zu Berlin sowie für NGOs und Offspaces.
Restless Grounds: Ecologies of Memory and Matter
In the afternoon, artists and researchers Ivana Papić, Nilra Zoraloglu and Sonya Schönberger will offer insights into their projects, concluding in a collective discussion moderated by Catherine Rose Evans & Jenny Fuhr.
IVANA PAPIĆ is a multimedia artist and educator. Using text, video, sound, and objects, she creates layered, poetic works that explore notions of migration, identity, and belonging. Since 2021, her artistic research focuses on invasive plants within broader socio-ecological narratives. Papić holds an MA in Art in Context from Universität der Künste Berlin (2022), where she taught both at Art in Context and Studium Generale. She is a member of the Klasse Klima collective.
In her performative lecture, The Wild Walnut, artist Ivana Papićtakes us on a journey alongside her feral plant companion, the Tree of Heaven (Lat. Ailanthus altissima), a species classified as invasive. Through the stories whispered by the tree, its silk moths, and speculative beings, the lecture explores multispecies ecology, considering ways in which we can co-exist and collaborate with these resilient species instead of trying to eradicate them. The Wild Walnut (2022–) is an ongoing artistic research project in which Papić explores her female heritage through the five senses and presents the plant as a metaphor for female adaptability and resistance to patriarchal society.
→
ivanapapic.com
NILRA ZORALOGLU is a Berlin-based artist, architect, and spatial researcher working across architecture, ecology, soil, and experimental forms of spatial representation.
Nilra Zoraloglu’s performance-lecture Ground, Redrawn. An Experiment in Speculative Cartography explores how maps frame territory, making some conditions visible while leaving others out. Drawing on Frédérique Aït-Touati’s idea of a “moving Earth,” it asks how changing environmental conditions can be made visible when conventional maps tend to fix territory in place. The talk moves into an animated projection using climatic and environmental data, turning the room into a temporary space for experiencing change through scale, movement, and time.
→ nilrazoraloglu.com
SONYA SCHÖNBERGER is a Berlin-based artist whose practice explores biographical ruptures in times of political and social upheaval. Her work often emerges from conversations, personal stories, and archival material. She is the initiator of Berliner Zimmer, a long-term video archive created in collaboration with Berlin Museum.
In her film Forest and War (DE: Wald und Krieg) Sonya Schönberger explores the intertwined histories of war, memory, and ecological transformation in the forests surrounding Berlin. Once shaped by militarization, violence, forced labor, and destruction, these landscapes are now often marked by apparent peace. As vegetation reclaims the sites, their histories risk becoming invisible. The project asks: What do forests remember and can tell us? And what happens when landscapes regenerate while histories are forgotten? Focusing on sites in Brandenburg, the film reflects on historical erasure, contested memory, and the fragile idea of a German Erinnerungskultur in the context of today’s political shifts. Sonya will present work-in-progress excerpts and reflections on uncovering, witnessing, and narrating these living heritage sites.
→ sonyaschoenberger.de
Weitere Infos auf der equalACT-Projektseite.
ARTISTIC RESEARCH – make it feminist! equalACTist ein Verbundprojekt der HfS Ernst Busch und UdK Berlin und wird gefördert vom Berliner Chancengleichheitsprogramm (BCP). equalACT fördert Frauen und tin* Personen, die Gender, Diversität und Antidiskriminierung mit künstlerischer Forschung verbinden.
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Anmeldung über equalact@hfs-berlin.de
