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Szenenstudium Großpuppe

des 50. Jahrgangs Zeitgenössische Puppenspielkunst 
@hfs_puppe_2028

 

HISTORIANS WILL SAY THEY WERE BEST FRIENDS

“Mir musste nie jemand sagen, dass ich anders bin.”

…mit diesen Worten beschreibt Juno in ihrem Tagebuch die ganze unerträgliche, unausgesprochene Misere ihres Daseins als Mädchen, das sich zunehmend fremd fühlt mit sich und seinem Umfeld. Ein tröstliches, wenn auch einsames Asyl bietet ihr daher ihre “Unsichtbarkeit”, mittels derer sie sich wie ein freundliches Gespenst durch die Welt bewegt - meistens unbemerkt, manchmal als harmlose Präsenz wenigstens geduldet. Einzig ihre neue Freundin Cosma beobachtet sie genauer. Und stellt exakt die bislang unausgesprochenen Fragen, die in Junos Familie seit Jahren die Kommunikationskanäle verstopfen: Warum ist dein Vater komisch? Schämst du dich für ihn? Schämt er sich für dich? Und: Was ist mit deiner Mutter passiert?

“…wenn meine Superkraft ist, unsichtbar zu sein, ist ihre Superkraft, Unsichtbares zu sehen.”

Eine Stückentwicklung mit Großpuppen, die sich mit geheimer Liebe, Queerness und den befremdlichen Veränderungen des Selbstes während der Pubertät beschäftigt. Inspiriert von Body Horror Zeichnungen in Pastell von Shintaro Kago und Jackson Howell, von der Anime-Serie Sailor Moon, sowie von den Songs Hayloft I und II der Band Mother.

Spieler*innen: Xeno Scholpp, Lena Schilf, Maria Vittoria Zinoni, Sarah Hohendahl, Akira Schroth
Leitung (& Stückfassung): Nathalie Wendt
Puppenbau: Ulrike Langenbein, Melanie Sowa

Foto: Nathalie Wendt

 

GEISTER SIND AUCH NUR MENSCHEN 

von Katja Brunner 

In der alltäglichen Maschinerie der Fürsorge entwickeln die Bewohner*innen eines Seniorenheims abstruse Taktiken, um mit dem eigenen voranschreitenden körperlichen Zerfall umzugehen. Das Denken bleibt dabei die größte Hürde. Die Vergangenheit schwillt an, schmerzt und vereitert die Gegenwart. Sehnsüchte lassen Wunschträume platzen. Dann kommt die Verbitterung und mit ihr die vernichtende Einsamkeit. Für Abwechslung sorgt der tägliche Kampf mit dem Pflegepersonal.

So, wie es ist, geht es nicht weiter. Das, was ist, soll nicht so bleiben. Aber wo die Kräfte am Ende sind, können die Schwachen nur den Aufstand üben. Und wer hört überhaupt zu? Wo ist das Publikum, und gibt es hier überhaupt etwas zu lachen?

Eine Collage aus Textfetzen von Menschen im letzten Lebensabschnitt.

Spieler*innen: Jannik Bursee, Clara Ecke, Line Hünken, Carolina Walker
Leitung: Nis Søgaard
Puppenbau: Jonathan Gentilhomme, Lilli Laube, Melanie Sowa, Atif Hussein

HfS Ernst Busch UNTEN

Zinnowitzer Str. 11

10115 Berlin

Der VVK startet 10 Tage vor der ersten Vorstellung.

© Nis Søgaard
Motte Scholpp
Lena Schilf
Maria Vittoria Zinoni
Sarah Hohendahl
© Urban Ruths
Akira Schroth
Jannik Jonathan Bursee
Clara Ecke
Line Hünken
Carolina Walker