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Szenenstudium Profil & Vertiefung

des 50. Jahrgangs Zeitgenössische Puppenspielkunst

Im Rahmen des Internationalen Figurentheater-Festivals blickwechsel 2026

In den ersten zwei Jahren ihres Studiums lernen die Studierenden der Abteilung Zeitgenössische Puppenspielkunst Grundlagen und verschiedene Formen des Puppentheaters. Ab dem fünften Semester vertiefen sie eine Disziplin oder experimentieren mit neuen, abstrakten Ansätzen. Neun Student*innen präsentieren die Ergebnisse dreier sehr unterschiedlicher künstlerischer Untersuchungen.

 

Werkschau I: Mischform

Die szenische Collage nach Boris Vians Kultroman „Der Schaum der Tage“ zeigt im Schnelldurchlauf den fulminanten Niedergang eines verliebten Snobs, dessen Welt – ebenso wie sein Haus – zunehmend zerfällt. Durch das Zusammentreffen unterschiedlichster Puppenformen werden augenfällig die sozialen Verhältnisse der Hauptfigur und seiner Umgebung gezeichnet: seine an einer Seerose krankende Geliebte, sein Freund der Süchtler, ein sich radikalisierendes Töchterchen aus gutem Hause, der überkandidelte Koch… schließlich passen nur noch seine Mäuse durch die schmalen Gänge.

Spiel: Carolina Walker, Clara Ecke und Maria Vittoria Zinoni
Leitung/Textfassung: Katharina Kummer

 

Werkschau II: Objekt- und Materialtheater

Die Werkschau lädt zu einer besonderen Begegnung mit dem Objekt- und Materialtheater ein. Im Zentrum stehen nicht Menschen, sondern Dinge – vertraut, alltäglich und doch voller verborgener Geschichten.
Objekte begleiten uns durch unseren Alltag: Wir kaufen sie, benutzen sie, streiten um sie, sammeln sie oder werfen sie weg. Meist bleiben sie stumm – unscheinbare Begleiter im Hintergrund. In dieser Werkschau jedoch treten sie ins Licht. Sie werden zu Akteurinnen, zu Trägerinnen von Erinnerungen, zu Erzählerinnen eigener Welten.
Aus Material entsteht Bewegung, aus Bewegung entsteht Bedeutung. Zwischen Spiel, Experiment und Poesie verweben sich Objekte und Fantasie zu neuen Erzählungen.

Spiel: Xeno Scholpp, Jannik Bursee und Akira Schroth
Leitung: Prof. Melanie Sowa

 

Werkschau III: Physical Theatre

Dieses Szenenstudium nutzt die experimentellen Möglichkeiten des Formats, um sich mit Erzählweisen zu beschäftigen, die mit und über den Körper funktionieren.
Im Physical Theatre ist der Körper Ausgangs- und Referenzpunkt für theatrale Recherche und künstlerische Gestaltungsprozesse. In diesem Rahmen werden Praktiken des Physical Theatre mit den Vorerfahrungen aus den Disziplinen des Grundstudiums Puppenspiel verwoben, aus feministischer Perspektive weitergeführt und mit eigenen künstlerischen Anliegen verbunden.
Zwischen Material, Puppe, Maske, Raum, Objekt und Körper eröffnen sich neue Dimensionen des Spiels, der Manipulation und der Verkörperung.
Die Arbeit hat Laborcharakter und untersucht neben der Synergie von Puppenspiel und Physical Theatre auch die Umsetzung eigener künstlerischer Visionen, das Arbeiten mit Methoden des Devised Theatre sowie klassische Spielformen als politisches Medium.

Spiel: Lena Schilf, Line Hünken und Sarah Hohendahl
Leitung: Milena Cestao Kolbowski

Puppentheater Magdeburg

Warschauer Straße 25

39104 Magdeburg

VVK findet über das Puppentheater Magdeburg statt

Werkschau II: Objekt- und Materialtheater
Xeno Scholpp
Jannik Jonathan Bursee
© Urban Ruths
Akira Schroth
Lena Schilf
Line Hünken
Sarah Hohendahl