maC Alumni bei den Tanztagen Berlin 2026
Vorführung einer Masterarbeit und neuer Performances
Bei den Tanztagen Berlin 2026 präsentieren die Choreographie-Alumni Dominique Tego, Pooyesh Frozandeh und Felipe Fizkal ihre Arbeiten. Auf unterschiedlichste Weise setzen sie das im Studium erlernte Wissen in neuen Projekten um, wobei auch die Masterarbeit von Pooyesh Frozandeh nicht aktueller sein könnte und deshalb noch einmal bei den Tanztagen aufgeführt wird.
Dominique Tego – The Intimacy of Collision
the intimacy of collision beschäftigt sich mit der orientalistischen Ästhetik von Repräsentation. Mit Fokus auf Form und Rhythmus dekonstruiert das Werk „nahöstliche“ Volkstänze und bringt sie in einen Dialog mit zeitgenössischem Bewegungsvokabular. Auf diese Weise formt das Stück einen tanzenden Körper, der orientalistische Vorstellungswelten ins Wanken bringt und aufbricht. Drei Performer*innen greifen auf die rhythmischen Strukturen des Dabke und die zyklischen Wiederholungen des Baladi zurück und schaffen so einen Tanz, der zwischen Wut und Feierlichkeit oszilliert.
Das Projekt wendet sich den vielen Variationen von Tanz der sieben Schleier zu, einem orientalistischen Spektakel, das erstmals 1893 in Oscar Wildes Theaterstück Salome vorgestellt wurde. the intimacy of collision untersucht, wie Reibung, Kollision und Begegnung als Strategien dienen können, um den Orientalismus zu hinterfragen, der die Wahrnehmung der Körper in mehr als einem Jahrhundert westlicher Vorstellungswelt geprägt hat.
Aufführung bei den Tanztagen Berlin 2026:
Sa 17.01. 19.00 Uhr
So 18.01. 20.00 Uhr
Pooyesh Frozandeh – Saving Flowers (Masterarbeit, Uraufführung 10.05.2025 in der HfS Ernst Busch)
„…Wenn jemand inmitten eines Raketenangriffs dasitzt und nur Blumen malt, könnte man meinen, der Krieg habe eine starke Wirkung auf die Person. In Wirklichkeit jedoch sucht diese Person nach etwas, das es gar nicht gibt – sie bewegt sich in einem Widerspruch.“
Bahram Dabiri, iranischer Maler
In den Ruinen, wo die Grenzen der Dinge verwischen und ineinander verflechten und alle ehemaligen Definitionen aufgehoben sind, wo diese verstümmelten Überreste zu einer gemeinsamen Grabstätte in Solidarität zueinander werden, wo blau zu gelb geworden ist, grün zu braun und grau zu rot – da steht eine Vase mit vielen frischen farbenfrohen Blumen darin. Sie sind dort, um die Ruinen zu kaschieren. Sie sind dort, um die Zerstörung des Blicks zu verhindern. Sie sind dort, um diese Plünderung des Lebens zu leugnen.
Wie nimmt der Mensch diese absurde Collage wahr? Wie manifestiert sich diese verzerrte Erzählung in seinem Körper?
Aufführung bei den Tanztagen Berlin 2026:
Fr 23.01. 20.30 Uhr
Sa 24.01. 20.30 Uhr
Felipe Fizkal – O que resta do fogo
Mit seinem neuen Ensemble „bottom up productions“
O Que Resta do Fogo ist inspiriert von einem der ältesten Handwerke der Menschheit – der Holzkohleherstellung – und ihrer tiefen Verbindung von Körper und Natur. Köhler*innen leben ein Paradox: Sie sind Hüter*innen uralten Wissens und zugleich Akteur*innen der Zerstörung. Ganze Wälder wurden über Jahrhunderte hinweg gefällt, und doch kann das Feuer, das verzehrt, auch regenerieren. Das Wissen, das zerstört, birgt zugleich den Keim der Erneuerung.
Die Choreografie folgt der Kosmologie dieser Arbeit – einer, die weiß, bevor sie sieht – durch veränderte Luft, sich wandelnde Gerüche und die unsichtbare Ausbreitung von Hitze. Sie ist ein Versuch, die Erinnerung des Waldes zu verkörpern: das, was zuvor existierte, jeden gefällten Baum, jeden Verbrennungszyklus. Jede wiederholte Geste hinterlässt ihre Spur auf Haut und Muskeln, eingeschrieben in die Intimität des Wahrnehmens.
bottom up productions ist eine Struktur, gegründet von den Choreograf*innen und Tänzer*innen Julek Kreutzer und Felipe Fizkal. Sie hat das Ziel, die hierarchischen Strukturen der zeitgenössischen Tanzproduktion in Berlin zu dekonstruieren. Für ihre Premiere bei den Tanztagen Berlin 2026 laden sie die Choreografin Isabela Fernandes Santana ein, gemeinsam mit ihnen und der Tänzerin Mariagiulia Serantoni ein Stück zu entwickeln, das Verkörperung als eine Form von Wissen in den Mittelpunkt stellt.
Aufführungen bei den Tanztagen Berlin 2026:
Di 13.01. 20.00 Uhr
Mi 14.01. 20.00 Uhr
