HfS Ernst Busch OBEN
Zinnowitzer Str. 11
10115 Berlin
von Sophie-Margarete Schuster
Der Mythos vom Raub der Proserpina beginnt am Ufer eines Sees: Dort, wo ein kleiner Wald das Gewässer rings von allen Seiten umkränzte und mit seinem Laub, wie mit einem Sonnensegel die Strahlen fernhielt. Lilien, Tulpen, Krokusse, feuchter Boden, purpurrote Blumen. Das Bild eines ewigen Frühlings. Doch was auf dieser Wiese geschah, schlug eine Wunde in die Welt. Eine Wunde, die bis heute nässt. Und stinkt. Es ist eine Wunde, aus dessen fauligem Fleisch die Welt den Winter gebar.
„Krokusse“ erzählt die Geschichte zweier Frauen, die Teil dieser Wunde sind – viele Jahrhunderte später. Längst ist es vergeblich, zu fragen, wann der erste Schnee fiel. Er ist überall. An Bushaltestellen und Autobahn-Tankstellen. In Hotelzimmern und auf der Straße. Als das Portrait eines strukturellen Traumas möchte „Krokusse“ den Mythos vom Raub der Proserpina in die Gegenwart tragen. Denn die Unterwelt ist kein ferner Ort. Sie wohnt in uns, in unserer Sprache und in unseren Körpern.
Regie: Lena Thiele
Text und Dramaturgie: Sophie-Margarete Schuster
Spiel: Mia Dräger, Anastasia Rashkovych, Frida Tofina Stittrich, Julian Jesse, Lorenzo Germeno, Justin-David Peterson
Bühne: Leander Lentner
Kostüm: Maria Felsmann
Regieassistenz: James Brink
Plakat und Design: Amatu Marie Ulrich
Content Note: In dem Stück wird diskriminierende, gewaltvolle und sexualisierte Sprache verwendet. Es gibt Darstellungen von (Waffen-) Gewalt und sexuell übergriffigem Verhalten. Es gibt laute Knallgeräusche.
HfS Ernst Busch OBEN
Zinnowitzer Str. 11
10115 Berlin
Öfftl. VVK startet 10 Tage vor der ersten Vorstellung.
