bat-Studiotheater
Belforter Str. 15
10405 Berlin
Ein deutsch-englisches Musiktheater nach Charpentiers Barockoper Médée, Euripides Drama Medea, der Theorie über die Mothers, Monster, Whores von Sjoberg/Gentry und eigenen Texten und neuen Kompositionen
Gemeinsamer Abschluss Musiktheaterregie und Dramaturgie
Ein Kooperationsprojekt der HfM Hanns Eisler und der HfS Ernst Busch
WOMEN ARE NOT SUPPOSED TO BE VIOLENT.
Und wenn sie gewalttätig werden, wie sehen wir sie dann – als Frauen oder reduziert auf die Rolle des Monsters, der Hure, der Mutter? Werfen wir ihnen vor, dass es schlecht ist, Gewalt auszuüben oder dass sie schlechte Frauen sind, keine Frauen mehr sind, weil sie gewalttätig wurden? So projizieren viele auch auf Euripides’ Medea eine eifersüchtige, hasszerfressene Zauberin. In Charpentiers Oper heißt es: “The unspeakable crimes, her sorcery has spawned!”
WOMEN ARE NOT SUPPOSED—
Medea half Jason aus Liebe in seinem Ringen um politische Macht und tötete dafür ihren eigenen Bruder und Jasons Onkel. Die Flucht mit ihren gemeinsamen Kindern führte die Familie nach Korinth. Dort verlässt Jason sie und die Kinder und vermählt sich mit der Tochter des Königs Kreons. Jason gains fame, Medea gains shame. Als Frau wird von ihr erwartet, sich ihrem Los unterwürfig zu ergeben. Medea aber nimmt ihr Schicksal und die Normen nicht einfach hin. Sie sieht sich dem Hohn ihrer Feinde ausgesetzt und ersinnt einen Plan, um ihre Ehre zu retten, auch wenn sie dafür die Selbstzerstörung und den Tod ihrer Kinder in Kauf nehmen muss. Bis heute besteht sie darauf, unter den gleichen Bedingungen wie Männer beurteilt zu werden, die gleichen Ziele haben zu dürfen.
WOMEN ARE—
Darum kämpft sie mit und gegen einen Chor aus drei Sänger:innen, den drei Narrativen bzw. Stereotypen weiblicher Gewalt – die mothers, die monsters, die whores – und gegen die Jasons. Und das vor dem Hintergrund einer gewaltsuchenden Musik: Die Barockoper Charpentiers wird immer wieder zerrissen und hinterfragt von neuen Kompositionen in Genres von Western bis Pop, bis Medea, die Furie, die Frau, in ihrem Drachenwagen von dannen zieht. Let them fear me.
Content Note: Das Stück thematisiert explizit Gewalt und stellt es in abstrakter Form dar.
Team & Ensemble
Anna Sofie Keller Brandsborg: Regie
Jule Martenson: Dramaturgie
Clara Wittig: Regieassistenz
Kirstine Fogh Vindelev: Komposition
Gaetan Langlois-Meurinne: Bühne und Video
Janina Albecker: Kostüm
Pia Hetfeld und Jonas Roscher: Kostümassistenz und Maske
Tristan Breitenbach: Musikalische Leitung und Arrangement
Tim Fatnev: Tonmeister
Marco Philipp: Licht Design und Bühnenmeister
Sara Wijlaars: the whore (Sopran)
Nora Goldnagl: the monster (Sopran)
Panna Dobos: the monster (Mezzo)
Mina Halide Guschke: Medea
Miguel Jachmann: Jason
Tristan Breitenbach: Cembalo
Marie Laetitia Braun: Cello
Milena Wilke: Geige und Performerin
bat-Studiotheater
Belforter Str. 15
10405 Berlin
Öfftl. VVK startet 10 Tage vor der ersten Vorstellung.
