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Phaidras Liebe

Zoe Straub

von Sarah Kane

Ein Regime liegt im Sterben. Während draußen vor dem Palast die Menge revoltiert, ist die Königsfamilie drinnen mit ihrer letzten Tragödie beschäftigt: Phaidra, die Königin, ist unsterblich in ihren Stiefsohn Hippolytos verliebt. 

Sarah Kane nimmt den antiken Phädra-Mythos und eskaliert ihn. In kurzen schlaglichtartigen Szenen zeigt sie ein politisches System im Überlebensmodus und eine Gesellschaft, die ihre Menschen hin und her schleudert zwischen Liebe und Grausamkeit, Lust und Zerstörung.

Die Gewalt, die dort durchläuft, ist längst Teil des Mobiliars geworden und hält die Welt mit aller Kraft zusammen. Gerade noch. Tragisch, dass niemand es schafft, sich rechtzeitig  loszureißen - Kanes Figuren stoßen sich ab, nur um sich wieder anzuziehen. Der Sog mündet im gemeinsamen Untergang, der für die Einen das Ende ihrer Macht und Stellung, für die Anderen Erlösung bedeutet.

Dreißig Jahre nach der Uraufführung, resoniert Phaidras Liebe heute vor allem als Erforschung einer weltfremden Elite, deren Macht mit absoluter Rechtsfreiheit einhergeht, sowie als Panorama der menschlichen Gefühlswelt in Zeiten omnipräsenter Gewalt.

Die Inszenierung platziert den Stoff auf eine weite, beinahe leere Bühne, auf der die Figuren einander suchen und verstoßen, zerstören und wiederaufbauen, auf der sie gemeinsam ihre letzten Spuren ziehen.

CONTENT NOTE: In dem Stück wird (sexualisierte) Gewalt, Blasphemie und Suizid thematisiert. 

Drittjahresprojekt Regie von Zoe Straub

Es spielen:
Elizabeth Churcher, Andrii Kudin, Emma Oberpichler, Moritz Russ, Kilian Struck

Regie: Zoe Straub
Bühne: Clara Franke
Dramaturgie: Oskar Luiz Bonn
Kostüm: Hannah Sammann
Komposition/Sound: Laura Bellusci
Bild: Alessandra Fochesato
Maske: Maité Dietzel
Requisite: Ilse Schmidt
Bühnenmeister: Robert Dahlke
Inspizienz: Janina Velhorn
Mentorat: Britta Geister und Markus Joss

Vielen Dank für die Unterstützung an Knut Polster, Michael Rautenberg, Timur Kandler, Stefan Hannemann, Simone Pätzold, Marie Lindemann, Uta Witte, Britta Geister, Markus Joss, Bernd Stegemann, Carl Geißler, Linus Hüsam, Stella Voge und Luise Winter.

HfS Ernst Busch UNTEN

Zinnowitzer Str. 11

10115 Berlin

Öfftl. VVK startet 10 Tage vor der ersten Vorstellung.

© Zoe Straub
Andrii Kudin
Profilbild Emma Oberpichler
Emma Oberpichler
Moritz Russ