Direkt zum Seiteninhalt springen

Wolokolamsker Chaussee III – Das Duell

von Heiner Müller

In Anna Seghers' Erzählung Das Duell von 1968 will Professor Winkelfried gegen den Dozenten Karl Bötcher seine pädagogischen Überzeugungen durchsetzen – während einer Physikprüfung des Arbeiterstudenten Helwig. Beide Männer haben zusammen während des NS-Regimes studiert, wobei der regimekonforme Winkelfried eine Karriere als Professor einschlagen konnte. Bötcher kam als Kommunist ins KZ und konnte erst nach 1945 als Lehrer unterrichten. Im Duell zwischen Bötcher und Winkelfried geht es um die Frage, ob ein Arbeiter den Anforderungen einer Hochschule gewachsen sein und Leitungsfunktionen in den Betrieben der neuen Gesellschaft übernehmen kann.

Im Duell bei Müller von 1987 trifft der Werksdirektor Bötcher auf Helwig, der inzwischen sein Stellvertreter im VEB Oktober geworden ist und ihn während des Arbeiteraufstands vom 17. Juni 1953 herausfordert. Als innerer Monolog Bötchers verfasst, werden dessen Erinnerungen an die Konflikte in den Anfangsjahren der DDR dramatisch zugespitzt. Die sowjetischen Panzer, die den Aufstand beenden, retten zwar die Herrschaft der SED, zerstören aber gleichzeitig die Hoffnung auf einen demokratischen Sozialismus.

Szenische Einrichtung von Solaf Almusleh

Es lesen Florian Müller und Noé Lausch, Studierende der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, Berlin

Aufführungsrechte: Henschel Schauspiel Theaterverlag

Anna-Seghers-Museum

Anna-Seghers-Str. 81

12489 Berlin

Eintritt frei

Sowjetischer Panzer am 17. Juni 1953 in Berlin © bpk-Fotoarchiv / Fotograf unbekannt
Solaf Almusleh
Florian Müller
Noé Joseph Wieslaw Lausch