Direkt zum Seiteninhalt springen

Akademie der Künste vergibt Konrad-Wolf-Preis an Klaus Völker

Der Theaterhistoriker Klaus Völker erhält einen von zwei in diesem Jahr vergebenen Konrad-Wolf-Preisen. Das gibt die Berliner Akademie der Künste in einer Pressemitteilung bekannt. Völkel verkörpere "als Dramaturg, Autor und ehemaliger Rektor der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch wie kaum ein Zweiter Wissen und Gewissen der Theatergeschichte", heißt es darin.

Die Mitglieder der Sektion Darstellende Kunst Nele Hertling, Mark Lammert und Ulrich Matthes würdigen als Jury mit ihrer Wahl "die außerordentliche Lebensleistung Klaus Völkers als produktiver künstlerischer Mitgestalter und analytischer Beobachter, als aufmerksamer Bewahrer und Vermittler und überzeugter Zukunftsdenker des Theaters seit mehr als sechs Jahrzehnten, der souverän Kenntnisse und Praxis mit Liebe zum Theater, Autonomie mit Haltung vereint". 

Einen zweiten Preis erhalten in diesem Jahr Gabriel Hageni und Debora Fiora vom Berliner Kino Krokodil. Die Preise sind jeweils mit 5.000 Euro dotiert und werden gemeinsam am 18. Oktober 2025 in der Akademie der Künste am Hanseatenweg verliehen. Der Filmregisseur und langjährige Präsident der Akademie der Künste der DDR, Konrad Wolf, wäre am 20. Oktober 100 Jahre alt geworden.

Klaus Völker, geboren 1938 in Frankfurt am Main, studierte Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Philosophie in Frankfurt und Westberlin. Zunächst als Autor und Theaterkritiker tätig, wirkte er ab Ende der 1960er-Jahre als leitender Dramaturg, zunächst in Zürich am Schauspielhaus, danach am Theater am Neumarkt (1973–1975); an den Baseler Theatern (1975–1978), dem Theater Bremen (1978 –1980), an den Staatlichen Schauspielbühnen Berlin (1980–1985). Von 1988 bis 2002 leitete er den Stückemarkt des Berliner Theatertreffens. 1992 als Professor für Schauspielgeschichte und Dramaturgie an die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch berufen, amtierte er von 1993 bis 2005 auch als deren Rektor. Eine Fülle theaterhistorischer Publikationen umfassen Biografien unter anderem von Elisabeth Bergner, Bernhard Minetti und Hans Lietzau ebenso wie die unbekannteren Exilbiografien, darunter von Sadie Leviton und Max Herman-Neiße. Klaus Völker ist seit 2000 Mitglied der Akademie der Künste und war von 2003 bis 2006 Direktor der Sektion Darstellende Kunst. Seine Erinnerungen erscheinen 2026 im Quintus Verlag.

(c) Inge Zimmermann