Alex Peil inszeniert "Hexenjagd" als sein Diplomprojekt Regie
Ein Interview zu den Hintergründen seiner Arbeit
Hallo Alex Peil! Du bist Student im Studiengang Schauspielregie an der HfS Ernst Busch und demnächst feiert dein Diplomprojekt „Hexenjagd“ Premiere (Sa 25.04. 19.30 Uhr, bat-Studiotheater), mit dem du dein Studium abschließen wirst.
Magst du dich und deinen bisherigen Werdegang kurz vorstellen?
Ich wurde in Tjumen in Russland geboren und habe zunächst von 2015 bis 2019 Schauspiel an der HfMT Hamburg studiert. Nach einem Festengagement und mehreren Gastrollen begann ich 2022 Regie an der HfS Ernst Busch zu studieren. In dieser Zeit hospitierte ich zudem bei der Produktion „Empusion“ in der Regie von Antú Romero Nunes. Im Studium inszenierte ich u.a. „Das große Heft“ von Agata Kristof, „Raskolnikov“ nach Dostojewski und „Die Möwe“ frei nach Anton Tschechow.
Nachdem dein Drittjahresprojekt „Die Möwe“ im vergangenen Jahr zum Körber Studio Junge Regie 2025 eingeladen wurde, widmest du dich nun bei deinem Diplomprojekt einem weiteren klassischen Stück. Warum hast du dich für „Hexenjagd“ entschieden?
Für „Hexenjagd“ habe ich mich entschieden, weil ich das Stück gerade unglaublich aktuell finde: In einem „Dorf“ herrscht eine durch Angst aufgeheizte Stimmung, die von mächtigen Personen ausgenutzt und instrumentalisiert wird. Dabei werden Debatten verschoben und das Wesentliche rückt in den Hintergrund. Ich versuche hierbei einen Fokus auf das Dorf zu setzen, das in komplexen Situationen nach einfachen Antworten sucht und so die Tür für Hexerei öffnet.
Klassische Texte bieten mir generell die Möglichkeit einer Distanz, um das Heute im Gestern zu spiegeln und die gesellschaftlichen Zustände als veränderbar wahrzunehmen.
Was fasziniert dich am Schauspiel bei einem derartig bekannten und vielfach inszenierten Drama?
Das Spannende ist, dass wir ein Stück, das im Original 21 Figuren hat, mit nur 6 Spielenden erzählen und versuchen im kleinen Kreis die komplexen Verhältnisse von Massenphänomenen zu zeigen.
Mit welchen stilistischen Mitteln wirst du in der Inszenierung von „Hexenjagd“ arbeiten?
Aufgrund der kleinen Besetzung sind wir gezwungen, unseren eigenen Umgang mit dem Stück zu finden. Ich versuche die „Hexenjagd“ als eine Art satirische Fabel zu sehen, die der Autor Arthur Miller uns erzählt. Der Fokus liegt dabei aber weniger auf der narrativen Ebene, sondern mehr auf der situativen. Das gibt mir die Möglichkeit ins Absurde und Komische einzutauchen und durch Überhöhungen mit dem teils etwas verstaubten Text umzugehen und diesen neu zu erfinden.
Welchen Gedankenanstoß möchtest du durch dein Stück bei den Zuschauer*innen bewirken?
Dass man nicht immer auf alles eine Antwort haben muss.
Vielen Dank für das Gespräch! Hier lesen Sie mehr über das Stück.
