Berliner Kunsthochschulen feiern 20 Jahre Verbund
Von der Sparidee zum Zukunftsmodell
Die Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, die weißensee kunsthochschule berlin und die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin feiern das 20-jährige Bestehen ihrer gemeinsamen ServiceCenter.
Seit 2006 werden mit den ServiceCentern die Bereiche IT, Personal und Haushalt für alle drei Hochschulen in einem hybriden shared service betrieben. Was vor über zwanzig Jahren als pragmatische Antwort auf knapper werdende Ressourcen begann, hat sich zu einem Organisationsmodell entwickelt, das heute aktueller ist denn je. Am 23. September feiern ehemalige und aktuelle Mitarbeitende der ServiceCenter das Jubiläum im Rahmen eines kleinen Festaktes an der weißensee kunsthochschule berlin.
Die drei Hochschulen gehören zu den profiliertesten künstlerischen Hochschulen Deutschlands und genießen weit über Berlin hinaus hohes Ansehen. Mit ihren hoch spezialisierten Ausbildungsformen und ihrer internationalen Ausstrahlung prägen sie Berlin als Kunst- und Kulturmetropole in besonderer Weise und stärken den Ruf Deutschlands als Ort herausragender künstlerischer Ausbildung. Ihre Stärke liegt gerade in ihrer Unterschiedlichkeit: in spezifischen künstlerischen Kulturen, eigenständigen Arbeitsweisen und einer engen Verbindung von Ausbildung, Kunstpraxis und gesellschaftlichem Diskurs. Gemeinsam bilden sie damit ein vielfältiges und leistungsfähiges System künstlerischer Hochschulbildung mit hoher nationaler und internationaler Sichtbarkeit. Die leistungsfähige und verlässliche Struktur der ServiceCenter bewirkt im Hintergrund, dass Studierende, Lehrende, Künstler*innen, Alumni und internationale Gäste unter bestmöglichen Bedingungen arbeiten, lernen, lehren und Kunst schaffen können. Sie leisten damit auch einen wichtigen Beitrag zu einem der größten Wirtschaftsfaktoren der Hauptstadt.
Aus den gemeinsamen ServiceCentern ist Schritt für Schritt ein hybrider Verbund entstanden. Die Hochschulen bleiben in ihren künstlerischen Profilen, ihren Entscheidungen und ihrer Verantwortung eigenständig. Gleichzeitig arbeiten sie überall dort eng zusammen, wo gemeinsames Handeln Qualität, Spezialisierung und Zukunftsfähigkeit stärkt. Die Bereiche IT, Personal und Haushalt sind wichtige Faktoren für Wachstum und Funktionsfähigkeit von moderner Hochschulverwaltung. Die zentralen Strukturen ermöglichen Synergie-Effekte bsp. durch gebündelte Ausschreibungen, zentralisiertes Fachwissen und den effizienten Einsatz von knappen Ressourcen.
„Der hybride Verbund ist weit mehr als eine gemeinsame Verwaltungsstruktur. Er schafft die Voraussetzungen dafür, dass sich die Hochschulen auf ihre eigentliche Aufgabe konzentrieren können: herausragende Künstler*innen auszubilden, künstlerische Entwicklungen voranzutreiben und Berlin als internationale Kunst- und Kulturmetropole zu stärken. Austausch, Vernetzung und Kooperation eröffnen Handlungsspielräume, bündeln Kompetenzen und schaffen eine Resilienz, die keine der drei Hochschulen allein in gleicher Weise erreichen könnte.“ Hans-Joachim Völz, Kanzler Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin
„Mit dem Jubiläum würdigen die drei Hochschulen die Menschen, die diesen Weg möglich gemacht haben. Der Dank gilt den aktuellen und früheren Beschäftigten, Leiter*innen und Kanzler*innen der drei Kunsthochschulen. Ihr Engagement, ihre Bereitschaft, Verantwortung zu teilen, und das über viele Jahre gewachsene gegenseitige Vertrauen haben den hybriden Verbund geprägt und weiterentwickelt. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzungen dafür, dass sich die drei Hochschulen auch künftig auf das konzentrieren können, wofür sie international stehen: künstlerische Exzellenz.“ Dr. Anna Luise Kiss, Präsidentin Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin
„Gerade in Zeiten wachsender Anforderungen an Hochschulen zeigt sich die Stärke dieses Modells. Digitalisierung, Fachkräftemangel, steigende regulatorische sowie gesellschaftliche Anforderungen und knapper werdende öffentliche Mittel verlangen neue Antworten. Der hybride Verbund zeigt, dass Kooperation Eigenständigkeit nicht ersetzt, sondern sichert. Was als Sparidee begann, ist heute ein Zukunftsmodell für autonome Kunsthochschulen.“ Hinnerk Gölnitz, Kanzler weißensee kunsthochschule berlin
