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Different perspectives on narratives. Decolonial – Paranoid/Reparative – German Regietheater

Erasmus+ Blended Intensive Programme (BIP) Workshop an der HfS Ernst Busch

Vom 8. bis 17. Mai 2026 fand an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin ein internationaler Workshop im Rahmen des Erasmus+ Blended Intensive Programme (BIP) statt.

Unter dem Titel „Different perspectives on narratives. Decolonial – Paranoid/Reparative – German Regietheater“ kamen 22 Studierende von fünf europäischen Kunsthochschulen – aus Helsinki (Finnland), Reykjavik (Island), Vilnius (Litauen), Oslo (Norwegen) und Berlin – zusammen, um gemeinsam das Berliner Theatertreffen 2026 zu besuchen und in flankierenden Workshops die Theatererlebnisse mit verschiedenen Methoden zu reflektieren und in einen gemeinsamen Austausch u.a. über das berühmte Phänomen „German Regietheater“ zu kommen. 

Geleitet wurde der neuntägige Workshop von Elina Izarra Ollikainen, Dozentin an der TEAK Hochschule in Helinki, Finnland, Gréta Kristín Ómarsdóttír, Juniorprofessorin für Regie an der Isländischen Kunstuniversität Reykjavik und Friederike Heller, Professorin für Regie an der HfS Ernst Busch. Alle drei sind Teil des langjährigen Netzwerkes „Alexandria Nova“, ein Verbund Europäischer Kunsthochschulen, an denen für den Regieberuf im Theater ausgebildet wird. 

Im Zentrum der Workshops stand die Schulung der Fähigkeit, verschiedene Arten der Konzeption und Gestaltung von Erzählungen und deren diverse Rezeptionsgewohnheiten zu erkennen, zu analysieren, zu vergleichen und zu gestalten. Der BIP-Kurs bot den Studierenden die Möglichkeit, 4 Vorstellungen beim Theatertreffen Berlin sowie begleitende Gesprächsformate und Künstlergespräche zu besuchen. Die Erfahrung zeigt, dass die internationalen Studierenden die „10 bemerkenswertesten Stücke“ beim Theatertreffen aufgrund ihrer unterschiedlichen Sehgewohnheiten, Erwartungen und biologischen, politischen und historischen Identitäten sehr unterschiedlich wahrnehmen. Die begleitenden Workshops boten den Studierenden sowie den begleitenden Lehrkräften die Möglichkeit, Eindrücke auszutauschen, Perspektiven zu diskutieren und zu lernen, dass ihre eigene Perspektive und Gewohnheit – die in der jeweiligen „Bubble“ vielleicht ganz selbstverständlich ist – das künstlerische Ergebnis bei der Regie mitprägt. 

Nach den Vorstellungsbesuchen beim Berliner Theatertreffen wurden an den folgenden Tagen die jeweiligen Erfahrungen ausgetauscht, analysiert und diskutiert. Es wurden drei verschiedene Workshops angeboten: 1. Dekoloniale Lesart, 2. Eine queere Lesart mit dem paranoid-reparativen Paradigma, 3. Perspektiven, die das deutsche „Regietheaters“ – in Deutschland – im Laufe seiner Entwicklung hervorgebracht hat. Die Studierenden nahmen in drei Gruppen zu je 6-8 Personen an jedem Workshop jeweils zwei Tage lang teil. Die Vielfalt der Perspektiven ermöglichte den Studierenden einen Überblick zu gewinnen über verschiedene Lesarten eines behandelten Themas – ein Training des Zuhörens und Verstehens, um die eigenen Standpunkte zu erkennen und zu erweitern.

Der Workshop schuf damit einen europäischen Begegnungsraum, in dem Studierende unterschiedlicher künstlerischer Ausrichtungen gemeinsam arbeiteten, voneinander lernten und neue Formen theatraler Zusammenarbeit erkundeten – ganz im Sinne des Erasmus+-Programms.

Die HfS Ernst Busch freut sich, diesen internationalen Austausch ermöglicht und begleitet zu haben, und dankt Elina Izarra Ollikainen, Gréta Kristín Ómarsdóttír und Friederike Heller für ihre engagierte und inspirierende Workshopleitung sowie allen teilnehmenden Studierenden für ihre Offenheit, Neugier und kreative Energie.

 

 

 

BIP beim Theatertreffen 2026 (c) Friederike Heller