Grünschnabel 2026 für Panne Fatale
Förderpreis des FIGURA Theaterfestivals
Große Freude in der Abteilung Zeitgenössische Puppenspielkunst: Das Kollektiv Panne Fatale, das von den Puppe-Alumnae Lotta Lechtenberg, Odile Pothier und Gerda Pethke an der HfS gegründet wurde, ist beim 17. FIGURA Theaterfestival im schweizerischen Baden mit dem GRÜNSCHNABEL ausgezeichnet worden, dem Aargauer Förderpreis für junges Figurentheater.
Der mit 10.000 CHF dotierte Preis wird vom Regierungsrat des Kantons Aargau im Rahmen des FIGURA Theaterfestivals vergeben und genießt in der Szene ein hohes Renommee. In einem engen Kopf-an-Kopf-Rennen unter fünf nominierten Produktionen setzte sich Panne Fatale mit dem Stück „Anfang Ziege Ende“ durch – einem Objekttheaterabend zwischen Albtraum, Roadtrip, Ziegendokumentation und Johannes-Offenbarung, gespielt mit Live-Vertonung und selbstgemachten Spezialeffekten. Die Jury würdigte die Inszenierung als „Tanzen auf der Nadelspitze“ und hob neben der spielerischen Genauigkeit und der reduzierten Ausstattung vor allem den Spielspaß und den Spielwitz hervor.
„Anfang Ziege Ende“ ist eng mit der HfS Ernst Busch verbunden: Die Arbeit entstand im vergangenen Jahr als Freies Vordiplom von Lotta Lechtenberg und war unter anderem auf dem HfS FREISPIELE Festival sowie im bat-Studiotheater zu erleben, als Beitrag der HfS zur Abschlussveranstaltung des KompleXX-Figurentheaters. Lotta, Odile und Gerda haben sich im Studium an der Ernst Busch gefunden und gemeinsam die Compagnie Panne Fatale gegründet.
„‚Bildet Banden!‘ – das rufen wir unseren Studierenden immer wieder zu. Panne Fatale ist dafür ein wunderbares Beispiel: drei junge Künstler*innen, die sich im Studium gefunden, gemeinsam eine Compagnie gegründet und den Mut hatten, etwas ganz Eigenes zu wagen. Dass daraus nun ein international renommierter Preis erwächst, freut mich von Herzen – und es zeigt, worauf unsere Ausbildung baut: auf Eigensinn, Zusammenhalt und den Mut, gemeinsam Neues zu erfinden“, sagt Dr. Anna Luise Kiss, Präsidentin der HfS Ernst Busch.
„‚Anfang Ziege Ende‘ ist im besten Sinne aus unserer Ausbildung erwachsen – aus der Lust am Material und am Objekt, aus dem gemeinsamen Forschen und Erproben. Lotta, Odile und Gerda verbinden handwerkliche Präzision mit einem ganz eigenen, unerschrockenen Witz. Dass die Jury gerade diese spielerische Genauigkeit ausgezeichnet hat, freut uns sehr und es macht sichtbar, welche starken Handschriften in der zeitgenössischen Puppenspielkunst gerade heranwachsen“, so Prof. Markus Joss, Leiter der Abteilung Zeitgenössische Puppenspielkunst.
Und es geht gleich weiter: Vor Kurzem feierte Panne Fatale am Figurentheater Grashüpfer im Treptower Park ihre neueste Produktion „Rattenschaften“ – ein Outdoor-Puppenspiel, das mit Humor und Zärtlichkeit eine Ratten-Parallelgesellschaft in einer poetischen Müllutopie entwirft. Wir sind überzeugt: Von den dreien dürfen wir noch viele gute Arbeiten erwarten. Wir gratulieren von ganzem Herzen!
Wer die aktuellen Studierenden der Zeitgenössischen Puppenspielkunst live erleben möchte, hat schon bald Gelegenheit dazu: Bei den FREISPIELE 2026vom 9. bis 12. Juli präsentiert der 50. Jahrgang seine freien Vordiplome und flutet mit sieben selbst entwickelten Stücken die Bühnen und Räume der Hochschule. Vielleicht wachsen ja auch hier schon die nächsten Banden heran.
Weitere Infos zum Preis hier:
https://www.figura-festival.ch/festival-2026/gruenschnabel
