„HUMAN COMMODITY – Ware Mensch“

Lehrende und Alumna der HfS Ernst Busch unterstützen das Projekt

Ein musikalisch-dokumentarisches Memorial der Marc Sinan Company, von YMUSIC, des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit und der Spreehalle Berlin.

Zwangsarbeit war ein zentraler Bestandteil der NS-Diktatur. Zwischen 1938 und 1945 mussten rund 13 Millionen Menschen Zwangsarbeit im Deutschen Reich leisten. Allein in Berlin lebten rund 500.000 Zwangsarbeitende in 3.000 Lagern und Sammelunterkünften, die über das gesamte Stadtgebiet verteilt waren. Zu keiner anderen Zeit haben so viele Menschen aus anderen Ländern in Berlin gelebt und unter Zwang arbeiten müssen.

Das Projekt „Human Commodity“ erinnert mit einer interaktiven App an 99 Orte der Zwangsarbeit in Berlin und macht darin die Geschichten von 99 Zwangsarbeitenden hörbar. Neben zentralen historischen Informationen präsentieren Musiker*innen die von Marc Sinan komponierten Stücke. Die 99 Hörminiaturen stehen stellvertretend für alle Opfer der NS-Zwangsarbeit.

Neben David Bennent und Mehmet Yilmaz haben die HfS-Lehrenden Cornelia Krawutschke, Steffi Kühnert, Hans-Jochen Menzel, Alexander Simon und Antje Weber sowie die HfS-Alumna Svenja Liesau, als Sprecher*innen mitgewirkt. Des Weiteren fanden die Aufnahmen für das Projekt an der Hochschule statt. Die HfS Ernst Busch und ihre Lehrenden möchten damit zur Erinnerung und dem Gedenken an die individuellen Schicksale der Zwangsarbeitenden beitragen.

Am 17. September 2022 wird das gesamte Memorial zum ersten Mal vorgestellt. Zur Premiere gibt es an mehreren Orten in Berlin Livekonzerte. Die zentrale Eröffnungsfeier findet am Nachmittag im Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Niederschöneweide und am frühen Abend in der Spreehalle Berlin in Oberschöneweide statt. Das umfangreiche Programm mit Musik, Führungen, Vorträgen und Fahrradtouren (Sonic Bike Tour der Klangkünstlerin Kaffe Matthews) finden Sie ab Mitte August 2022 unter www.spreehalle.berlin und www.ns-zwangsarbeit.de

Ein Projekt des Dokumentationszentrums NS-Zwangsarbeit und der Spreehalle Berlin, in Zusammenarbeit mit der Marc Sinan Company und der YMusic GmbH. Kooperationspartner Konzerthaus Orchester Berlin und Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch Berlin. Das Projekt wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes.

 

Sprecher*innen: David Bennent; Cornelia Krawutschke; Steffi Kühnert; Svenja Liesau; Hans-Jochen Menzel; Alexander Simon; Antje Weber und Mehmet Yilmaz
Gesamtleitung und Komposition: Marc Sinan
Wissenschaftliche Recherche und Textauswahl: Lena Sommerfeld
Dramaturgie und Featureregie: Holger Kuhla
Produktionsleitung: Wiebke Wesselmann